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Die zweigeschoßigen Reihenhäuser des Linzer Architekten Eugen Wachberger stehen in einer Reihe mit den Häusern von Walter Loos (Haus 19 / 20), Clemens Holzmeister (Haus 23 / 24) sowie Karl Augustinus Bieber und Otto Niedermoser (Haus 17 / 18). Die Häuserzeile zeigt die Vielfalt an Grundrisskonzeptionen, die auf einer Grundfläche von minimalen Ausmaßen möglich sind. Die Häuser Nr. 21 und Nr. 22 weisen ein schlichtes, unprätentiöses Äußeres auf. Die Front gegen die Straße wird durch unterschiedlich große Fenstertypen rhythmisiert, während die ostseitige Gartenfassade durch das beinahe vollständig verglaste Erdgeschoß und ein mittig situiertes dreiteiliges Fenster im Obergeschoß akzentuiert wird. László Gábor, der für das Farbkonzept sämtlicher Bauten in der Wiener Werkbundsiedlung verantwortlich zeichnete, hat für die Fassade von Haus Nr. 21 einen Anstrich in hellem, blassem Grün gewählt. Das Putzfeld um die Eingangstür war ebenso wie die Fenster und Türen in reinem Weiß ausgeführt. Die genaue Farbgebung des Nachbarhauses konnte nicht mehr rekonstruiert werden, im Zuge der Restaurierung 1985 hat man schlussendlich ein starkes Ocker gewählt. 

Das auf einer sehr schmalen, langen Bauparzelle errichtete unterkellerte Doppelhaus mit einer Wohnfläche von je 53 m² wird über einen drei Stufen erhöht liegenden Eingang von der Straßenseite aus erschlossen. Erdgeschoß und Obergeschoß weisen eine sehr ähnliche Grundrisslösung auf. Im Parterre ist den gegen die Straße liegenden Nebenräumen (Vorraum, Küche) gartenseitig das Wohnzimmer gegenübergestellt, das sich über eine Tür und ein vierteiliges Fenster zum Außenraum öffnet. Der direkte Bereich vor den einzelnen Häusern ist durch etwa stockwerkshohe Mauern vor Einblicken geschützt. In der relativ großen Küche an der Westseite des Hauses war ein eigener Essbereich eingerichtet. Über eine entlang der nördlichen Feuermauer gesetzte Treppe im Wohnraum gelangt man in das Obergeschoß, das neben einem Badezimmer und einem WC zwei unterschiedlich große Schlafräume umfasst.

Die beiden Häuser von Eugen Wachberger, der an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Carl Witzmann und an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Clemens Holzmeister studiert hatte und über Jahrzehnte bei diesem als Assistent tätig war, wurden von zwei verschiedenen Architekten eingerichtet. Während Haus Nr. 21 von Fritz Sternschein ausgestattet wurde, zeichnete für die Inneneinrichtung von Haus Nr. 22 der Architekt und Designer Ernst Lichtblau verantwortlich, der die Leitung der „Beratungsstelle für Inneneinrichtung“ (BEST) innehatte. Eine historische Aufnahme zeigt einen Einblick in das Wohnzimmer, in dem ein Nebeneinander von eher leichten, beweglichen Holz- und Stahlrohrmöbeln zu erkennen ist.

Text: Anna Stuhlpfarrer